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Die nCPAP-Therapie - aus der Sicht von Schlafapnoe-Patienten© |
| Autor: R.Taugerbeck© |
| Datum: Juni 2000 |
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des Autors |
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Zusammenfassung |
| Ziel einer seit 1996 fortgesetzten Fragebogenaktion war es, einmal
aus der Sicht von Patienten, den Erfolg der nCPAP-Therapie beurteilen
zu lassen. Es zeigt sich, dass ein wirkungsvolles Eingreifen einer
Selbsthilfegruppe wesentlichen Einfluss auf die Akzeptanz der Therapie,
und damit auch auf eine positive Beurteilung des Therapieerfolges
haben kann. |
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Einleitung |
| Über unsere Fragebogenaktionen 1996 und 1998 haben
wir bereits berichtet. Mit den Zahlen unserer jetzt vorliegenden Patientenbefragung
2000 möchten wir nun den Vergleich zu den vorausgegangenen Umfragen
in einem Zweijahresturnus fortsetzen. Es sollte untersucht werden,
in wieweit sich der Bekanntheitsgrad der Krankheit "Schlafapnoe"
in der Öffentlichkeit - und auch im ärztlichen Bereich -
in der Zwischenzeit eventuell positiv verändert hat und in welcher
Art und Weise sich Akzeptanzprobleme, verursacht durch die technischen
Geräte und das Maskenzubehör, auf den Erfolg der Therapie
- aus der Sicht von Schlafapnoe-Patienten - auswirken. |
| An der vorliegenden Umfrage beteiligten sich 80 Patienten,
ausschließlich aus der Selbsthilfegruppe Sindelfingen. Bei derzeit
120 Mitgliedern bedeutet dies eine Quote von 66%. Wegen der regionalen
Zielsetzung, wurden in diesem Jahr keine weiteren Patienten aus anderen
Selbsthilfegruppen befragt. |
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Wer hat Sie auf Ihre Krankheit
aufmerksam gemacht?
Zahlen
in Prozent (Mehrfachnennungen) |
| |
1996 |
1998 |
2000 |
| Hausarzt |
10 |
10 |
11 |
| Facharzt |
32 |
26 |
38 |
| Partner |
60 |
65 |
60 |
| Freunde |
6 |
6 |
6 |
| Presse/TV |
- |
17 |
16 |
| SHG |
3 |
2 |
2 |
| Sonstige |
6 |
2 |
1 |
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| Zur Einleitung erster Diagnosemaßnahmen durch
ausgebildete Fachärzte ("Schlafmediziner") oder einem
Schlaflabor spielen immer noch Hinweise aus dem Privatbereich (Partner
und Freunde) mit 66% die wichtigste Rolle. Der relativ geringe Einfluss
von Hausärzten ist gleichgeblieben. Die Beratung durch Fachärzte
hat zugenommen. Informationen durch Presse und Fernsehen spielen in
den letzten Jahren eine wichtige Rolle. |
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Welche Symptome waren dafür
ausschlaggebend?
Zahlen in
Prozent (Mehrfachnennungen) |
| Symptom |
1998 |
2000 |
| Schnarchen |
88 |
94 |
| Tagesmüdigkeit |
71 |
83 |
| Konzentration/Gedächtnis |
36 |
41 |
| Schlafprobleme |
26 |
28 |
| andere |
5 |
10 |
|
| Nach wie vor beziehen sich die Antworten im wesentlichen
auf "Schnarchen" und "Tagesmüdigkeit". Sicher
ein wichtiger Hinweis, um in erster Linie diesen betroffenen Personenkreis
mit Informationen noch besser zu versorgen. Bei den Schlafproblemen
wurden zum Teil unterschiedliche Aussagen gemacht, die auch auf psychische
Probleme hinweisen. |
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Welche gesundheitlichen Probleme
hatten Sie?
Zahlen in Prozent
(Mehrfachnennungen) |
| gesundheitliches Problem |
1998 |
2000 |
| Bluthochdruck |
51 |
69 |
| Herz/Kreislaufstörungen |
37 |
36 |
| Depressionen |
12 |
18 |
| Herzinfarkt/Schlaganfall |
5 |
10 |
| Diabetes |
3 |
11 |
| Verkehrs-/Arbeitsunfälle |
11 |
13 |
| andere |
12 |
10 |
|
| Die zunehmend außergewöhnlich hohe Beteiligung
von Herz-/Kreislaufproblemen ist sehr bemerkenswert. Der medizinische
Fachbereich "Kardiologie" wäre deshalb in Zukunft,
in engerer Zusammenarbeit mit der "Schlafmedizin" bei der
Diagnose und Therapie von Schlafapnoe-Patienten noch wesentlich stärker
gefordert. |
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Die Funktion des nCPAP- Gerätes
wurde mir erklärt von:
Zahlen
in Prozent (Mehrfachnennungen) |
| |
1996 |
1998 |
2000 |
| Schlaflabor |
78 |
80 |
95 |
| Facharzt |
18 |
21 |
6 |
| Firmenberater |
7 |
4 |
5 |
| selbst (Bedienungsanleitung) |
13 |
14 |
10 |
| andere (Fachberater) |
- |
- |
10 |
|
| Die Übergabefunktion für die Therapiegeräte
(mit Maskenzubehör) wird in erster Linie von den Schlaflaboratorien
wahrgenommen. Anstelle von Fachärzte bemühen sich jetzt
auch einzelne Fachhändler bei den Patienten um die Einweisung
und weitere Betreuung. Hier gibt es allerdings regionale Unterschiede.
Die Hersteller selbst sind praktisch nicht beteiligt. |
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Haben Sie Probleme mit ihrem
nCPAP- Gerät und der Maske?
Zahlen
in Prozent |
| |
1996 |
1998 |
2000 |
| ja |
63 |
70 |
31 |
| nein |
37 |
30 |
69 |
|
| Bemerkenswert ist der erhebliche Rückgang von
Beanstandungen in den beiden letzten Jahren bei dem befragten Personenkreis.
Seit 1999 wurden von der Selbsthilfegruppe Sindelfingen zunächst
"Maskensprechstunden", später dann noch intensivere
(aber auch sehr zeitaufwendige) "persönliche Anwenderberatungen"
organisiert, die von vielen Patienten mit großem Interesse angenommen
wurden. |
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Wenn ja, in welchen Bereichen?
Zahlen in Prozent (Mehrfachnennungen) |
| |
1996 |
1998 |
2000 |
| Masken-Druckstellen |
47 |
63 |
22 |
| Masken-Luftaustritt |
50 |
63 |
31 |
| Luftbefeuchter |
13 |
16 |
6 |
| Lautstärke |
58 |
37 |
20 |
Mit diesen Zahlen wird die greifende Wirkung einer "individuellen"
Betreuung und damit auch der Einsatz von neuen und verbesserten Masken
sehr deutlich, besonders im Hinblick auf die bisherigen, doch recht
erheblichen Probleme. Eine genauere Betrachtung der Fragebögen
zeigt sogar, dass einzelne, immer noch unzufriedene Patienten das
Angebot einer persönlichen Beratung noch nicht in Anspruch genommen
hatten. Der zunehmende Rückgang von Lautstärke-Reklamationen
ist sehr erfreulich und hängt mit der technischen Weiterentwicklung
der Geräte und den neuen Auslassventilen der Masken zusammen.
Auch die Anwendungsprobleme bei den Luftbefeuchten sind durch bessere
Informationen weiter zurückgegangen. |
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Wie oft benützen Sie ihr
nCPAP- Gerät?
Zahlen in
Prozent |
| |
1996 |
1998 |
2000 |
| täglich |
87 |
90 |
95 |
| häufig |
7 |
6 |
4 |
| selten |
6 |
4 |
1 |
|
| Die Akzeptanz der Therapie nimmt zu, da sich gleichzeitig
die technischen Reklamationen verringert haben. Bei den Patienten,
die ihr Gerät nicht täglich benützen sind allerdings
auch besondere persönliche Probleme zu erkennen. |
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Sind Sie mit dem Erfolg der
Therapie zufrieden?
Zahlen
in Prozent |
| |
1996 |
1998 |
2000 |
| ja |
77 |
78 |
90 |
| nur teilweise |
- |
5 |
3 |
| nein |
23 |
17 |
7 |
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| Die zunehmende positive Einstellung zur erforderlichen
nCPAP-Therapie ist deutlich zu erkennen. Die wenigen negativen Aussagen
stehen meistens in Zusammenhang mit besonderen persönlichen und
gesundheitlichen Situationen. |
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Meine Beschwerden haben sich
seit Beginn der Therapie gebessert
Zahlen
in Prozent |
| |
1996 |
1998 |
2000 |
| überhaupt nicht |
- |
6 |
6 |
| gering |
- |
18 |
4 |
| mittelmäßig |
- |
28 |
34 |
| stark |
- |
48 |
56 |
|
| Während 1998 noch 24 Prozent der Patienten keine
oder nur eine geringe Besserung ihrer Beschwerden empfinden, zeigt
sich jetzt nur noch eine negative Beurteilung bei 10 Prozent der Befragten.
90 Prozent stellen mehrheitlich sogar eine starke Besserung fest. |
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Schlussfolgerung |
| Die Befragung von Patienten ist für eine erfolgsorientierte
Arbeit von Selbsthilfegruppen eine wichtige Grundlage. Ein erster
Vergleich nach zwei Jahren ergab bereits 1998 interessante Hinweise
auf verschiedene Akzeptanzprobleme der Patienten. Deshalb wurde nach
zwei weiteren Jahren eine neue Umfrage durchgeführt. Aufgrund
der Patienbefragung'98 wurde in der Zwischenzeit das Patienten-Angebot
der SHG Sindelfingen geändert. Nach ersten "Maskensprechstunden",
entstanden regelmäßige und umfassendere "persönliche
Anwenderberatungen" für die Mitglieder der Gruppe, und zwar
mit Unterstützung eines regionalen Fachhändlers. Die jetzt
vorliegende Untersuchung sollte in erster Linie Aufschluss darüber
geben, inwieweit sich diese organisatorischen Maßnahmen bei
den Patienten im Einflussbereich der Selbsthilfegruppe auch positiv
auf den Therapieverlauf ausgewirkt haben. |
| Zunächst zeigt die Fragebogenaktion sehr deutlich,
dass sich der Bekanntheitsgrad der Krankheit "Schlafapnoe"
in der Öffentlichkeit und bei den Hausärzten in den letzten
Jahren kaum verändert hat. Bei der geschätzten Anzahl von
Schnarchern (30 Millionen) und Schlafapnoe-Patienten (3 Millionen)
in Deutschland ist diese Situation nicht erklärbar. Die bisherigen
Aktivitäten reichen offensichtlich immer noch nicht aus, um diese
"Volkskrankheit" mit ihren erheblichen gesundheitlichen
Risiken besser bekannt zu machen und sie von der Basis her medizinisch
systematisch anzugehen. Dazu wäre in erster Linie allerdings
auch ein fachübergreifender Konsens aller beteiligten medizinischen
Fachbereiche erforderlich, vor allen Dingen mit der Kardiologie. |
| Ein besonderes Problem für die Patienten-Akzeptanz
der nCPAP-Therapie ist nach der Befragung in erster Linie beim Maskenzubehör
zu suchen und nicht bei den technischen Geräten - was bisher
in diesem Umfang wahrscheinlich unterschätzt wurde. Die Beratung
und laufende Betreuung in diesem Teilbereich ist allerdings sehr zeit-
und kostenaufwendig und wurde in der Vergangenheit, vermutlich gerade
deshalb, von den meisten Beteiligten nicht immer zufriedenstellend
gelöst. Wer ist dafür überhaupt zuständig? Hersteller,
Fachhändler oder Schlaflaboratorien, Fachärzte? Die unterschiedlichen
Besonderheiten bei der Verordnung und Lieferung der Therapiegeräte
(einschließlich Maskenzubehör!) - marktwirtschaftliche
Mechanismen sind kaum zu erkennen - führen, wie die Erfahrung
zeigt, in vielen Fällen zu keiner zufriedenstellenden ständigen
Betreuung der Patienten. Einzelne Selbsthilfegruppen versuchen deshalb,
ähnlich wie hier in Sindelfingen, mit ihren eigenen Möglichkeiten
die Lücken zu schließen und leisten damit einen nicht zu
unterschätzenden Beitrag zur Absicherung der ärztlich verordneten
Therapie. Auch die Krankenkassen sollten sich, zusammen mit den behandelnden
Ärzten, einmal mit der ständigen Betreuung und dem Therapieverlauf
ihrer Schlafapnoe-Patienten befassen. Nach den hier genannten Zahlen,
könnten bestimmt in manchen Fällen sogar größere
Folgekosten vermieden werden - gerade bei der angespannten Kostensituation
im Gesundheitswesen - und zwar mit Unterstützung von engagierten
Selbsthilfegruppen. |
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Anschrift des Autors: |
Rudolf Taugerbeck
Franz - Lisztstr. 7
D-71069 Sindelfingen |
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| Umfrage
2000 (wie oben) - Umfrage2.pdf (45 KB) |
| Umfrage 1998 -
Umfrage.pdf (41 KB) |